Rubrik: TV Tagebuch – Bauers Fahrschulstunde (24)



derStandard.at – Natürlich ist das kleinlich, merkte der Mann mit der Stoppuhr an. Aber: Was tut Jack Bauer eigentlich in den fehlenden
Minuten? Geht er aufs Klo? Bohrt er in der Nase? Schließlich, so der Mann mit der Stoppuhr, sei er schon in Amerika
gewesen – und dort dauere eine Stunde 60 Minuten. 45-Minuten-Stunden gibt es nur in Österreich. Etwa in Fahrschulen.
Und von diesen 45-Minuten-Stunden, sagte der Mann mit der Stoppuhr, habe er auch regelmäßig zehn Minuten in der
Autowaschstraße verbracht.

Andererseits: Kiefer Sutherland sehe ohnehin so aus wie sein Fahrlehrer. Ähnlich charismatisch. Und eine Stunde –
eine Fahrstundenstunde – mit Jack Bauer sei auch etwa so spannend, wie eine Fahrstunde, sagte der Mann mit der Stoppuhr.
Inklusive Autowäsche.

Trotzdem, sagte der Mann mit der Stoppuhr, fände er es keck, ihm eine Dreiviertelstunde angebliches Echtzeitfernsehen
mit dem langweiligsten Agenten der Welt als Stunde zu verkaufen. Egal, ob 24 in den USA nun in Abstimmung mit den
dortigen Werbeblöcken gedreht worden ist oder nicht: Eine Stunde, so der Stoppuhrmann, dauere eben 60 Minuten. Und
auch im Echtzeitdingsbums müsse doch während der von US-Werbung verschluckten Viertelstunde etwas passieren.
Aber, sagte der Mann mit der Stoppuhr, er habe da einen Verdacht: Vermutlich passieren in der unsichtbaren
Viertelstunde die spannenden Dinge. Warum er sich deshalb aber die faden ausgestrahlten 45 Minuten anschauen solle,
sagte der Mann mit der Stoppuhr, sei ihm nicht ganz klar.





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kurios.at, 14. September 2003



Kategorie: Allgemein

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