Chinesen sollen nicht mehr Playback singen dürfen



spiegel.de – Es stimmt schon, wahrscheinlich wäre Konfuzius auch nicht einverstanden gewesen mit dem Playback-Singen. In den Lehren des chinesischen Philosophen heißt es zwar, man solle einem Würdigen nacheifern, aber wer meint, es genüge, stumm seinen Mund zu bewegen, hat etwas falsch verstanden. So zu tun, als sänge man das, was ein womöglich wesentlich talentierterer Sänger zuvor eingespielt hat, hätte er sicherlich abgelehnt.

Aber dass China deswegen nun ein völliges Verbot des Playback-Singens erwägt, scheint doch etwas übertrieben. Doch man geht noch weiter im Reich der Mitte: Der “Betrug an der Öffentlichkeit” könne bald unter Strafe gestellt werden, teilte das Kulturministerium in Peking am Donnerstag mit. Ein Entwurf auf der Internetseite des Ministeriums schreibt vor, dass professionelle Künstler keine “vorher aufgenommenen Lieder oder Musik nutzen dürfen, um Live-Gesang oder das Spielen von Instrumenten zu ersetzen”.

Wer dabei erwischt werde, solle bestraft werden – welche Strafen vorgesehen sind, verriet das Ministerium allerdings zunächst nicht.

Hintergrund könnte der Skandal um einen Auftritt bei den Olympischen Spielen in Peking vor drei Monaten sein. Während der Eröffnungszeremonie hatte die mitreißende Darbietung eines kleinen Mädchens Millionen Zuschauer gerührt. Hinterher stellte sich heraus, dass sie Playback zum Lied eines anderen Mädchens gesungen hatte. Sie durfte auftreten, weil sie hübscher war als die echte Sängerin, die das Lied hinter den Kulissen intonierte.





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kurios.at, 13. November 2008


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