Teenager spielt Fluglinienchef



ORF.at – Adam Tait, ein britischer Jungunternehmer in seinen 20ern, war für viele in der Fluglinienbranche ein Hoffnungsschimmer. Sein Konzept einer Franchise-Billigfluglinie zog zahlreiche Interessenten an – bis sich herausstellte, dass alles erfunden war.

Die Londoner “Times” deckte am Wochenende auf, dass Tait und seine “American Global Group” nur die Erfindung eines 17-jährigen Flugzeugnarren waren, der die “weltweit agierende Firma” sechs Monate lang aus seinem – mit Flugzeugpostern zugekleisterten – Kinderzimmer steuerte.

Der Bursche leidet offenbar an einer Entwicklungsstörung. Laut Angaben seines Vaters hatte er sich vor zwei Jahren für Flugzeuge zu interessieren begonnen und innerhalb kürzester Zeit sämtliche internationale Flugpläne auswendig gelernt.

Doch dabei beließ er es nicht. Unbemerkt startete er in Yorkshire seine “Firma”, stattete sie mit verschiedenen Websites, Firmenniederlassungen, einer tatsächlich angestellten Telefondame und natürlich einem Slogan aus: “35 Länder, 22 Sprachen, ein Team”.

Die Firmenstrategie klang plausibel: Es handelte sich demnach um eine steuerschonend auf den Jersey-Inseln stationierte Fluglinie ohne eigene Infrastruktur, die nach Bedarf Jets und Personal leaste und als Schwerpunkt europäische Billigflüge anbot.

FlugzeugKlein

Der Bursche agierte nicht im Verborgenen, im Gegenteil: Er drängte Branchenmagazine sogar, über seine Pläne zu berichten und traf sich mit Vertretern des Business zu Meetings. Die Kosten für die Anreise per Flugzeug und Limousine übernahmen regelmäßig die “Geschäftspartner”.

Die Hochstapelei schien auch glaubwürdig, weil “Adam Tait” selbst kaum in Erscheinung trat. Vor allem wurden die vermeintlichen Mitarbeiter “David Rich” und “Anita Dash” tätig. Dabei handelte es sich freilich immer wieder nur um den Burschen selbst.

Deshalb flog der Schwindel laut der “Times” auch auf: Dem Magazin “Airliner World” kam der Jungunternehmer eigenartig vor. Ein aufgenommenes Interview sorgte schließlich für die Erkenntnis: David Rich und Adam Tait hatten genau dieselbe Stimme.

Von da war es nicht mehr weit bis zum Ende von “American Global Group”: Das Fachmagazin täuschte vor, den Burschen interviewen zu wollen – dem gelang es sogar noch, dafür ein Flugzeug zu organisieren. Die Eigentümer des Jets glaubten, er wolle den Jet leasen.

Laut der “Times” beharrt der Bursche weiter darauf, dass sein “Flugzeugdeal” Zukunft habe. Er habe keine Gesetze gebrochen, sondern höchstens “manche Dinge falsch angepackt”, zitierte ihn die Zeitung. Sein Vater ist an derlei Dinge offenbar schon gewöhnt.

Der Vater des Buben klagte laut dem Bericht, sein Sohn sei an sich “ein großartiges Wesen, das sehr unternehmungslustig und kreativ ist”. Keinesfalls sei er “gemein oder hinterhältig oder bösartig”. Er habe jedoch von der “Firma” seines Sohnes nichts gewusst, betonte er.

Zugleich beklagte der Mann, dass sein Sohn schon immer so viel Eigeninitiative gezeigt habe. Vor Flugzeugen galt seine Leidenschaft demnach dem Teenie-Streifen “High School Musical”, dessen Originalbesetzung er bereits für einen Auftritt in Shropshire gebucht hatte.





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kurios.at, 19. July 2009


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