{"id":110,"date":"2003-07-30T14:54:05","date_gmt":"2003-07-30T13:54:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kurios.at\/storys\/110"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"Einfuehlsame-Menschen-gaehnen-gerne-mit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurios.at\/storys\/110\/Einfuehlsame-Menschen-gaehnen-gerne-mit\/","title":{"rendered":"Einf\u00fchlsame Menschen g\u00e4hnen gerne mit"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"storys\"><CENTER>Einf&uuml;hlsame Menschen g&auml;hnen gerne mit<\/h1>\n<p><\/center><font class=\"storys\"><br \/>\n<br \/>\nEinf&uuml;hlsame Menschen g&auml;hnen gerne mit<br \/>Wenn jemand in unserer N&auml;he g&auml;hnt, g&auml;hnen wir gerne mit. Der Grund f&uuml;r diesen Imitationsprozess ist umstritten, Evolutionsbiologen und Neurowissenschaftler halten ihn jedenfalls f&uuml;r wertvoll. US-Psychologen haben nun herausgefunden, wer besonders &#8220;gef&auml;hrdet&#8221; ist: nette Menschen, die sich gut in ihre Mitmenschen einf&uuml;hlen k&ouml;nnen.   <\/p>\n<p>Die H&auml;lfte l&auml;sst sich &#8220;anstecken&#8221;<br \/> <br \/>\nEine Reihe von Studien besagt, dass 40 bis 60 Prozent aller Menschen, die anderen beim G&auml;hnen zusehen oder auch nur davon h&ouml;ren, selbst zu g&auml;hnen beginnen. Warum das so ist, ist unklar. Verfolgt werden kann das Ph&auml;nomen etwa auf neurologischer Basis &#8211; italienische Forscher haben vor einigen Jahren so genannte &#8220;Spiegelneuronen&#8221; ausgemacht, die f&uuml;r das Nachahmen von T&auml;tigkeiten verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Steven Platek von Drexel University in Philadelphia und sein Forscherteam sind dieser Frage in nun in psychologischer Hinsicht nachgegangen. Sie zeigten den Teilnehmern ihrer Studien Videos mit g&auml;hnenden Menschen und &uuml;berpr&uuml;ften, warum manche von ihnen besonders empf&auml;nglich f&uuml;r den Ansteckungs-Effekt waren und sich manche geradezu als resistent erwiesen.  <\/p>\n<p>Die Studie ist unter dem Titel &#8220;Contagious yawning: the role of self-awareness and mental state attribution&#8221; in &#8220;Cognitive Brain Research&#8221; (Bd. 17, S. 223 &#8211; 227, Juli 2003) erschienen. <a href=\"http:\/\/www.sciencedirect.com\/science?_ob=ArticleURL&#038;_udi=B6SYV-48D3FW9-2&#038;_coverDate=07%2F15%2F2003&#038;_alid=105240590&#038;_rdoc=1&#038;_fmt=&#038;_orig=search&#038;_qd=1&#038;_cdi=4844&#038;_sort=d&#038;view=c&#038;_acct=C000050221&#038;_version=1&#038;_urlVersion=0&#038;_userid=10&#038;md5=1677a1eb605adc1bc57cee2bd075fab6\">Original-Abstract<\/a><\/p>\n<p>Wenig Empathie, wenig Mit-G&auml;hnen<br \/>Wie die Tests ergaben, zeichneten sich die Nachahmungs-Resistenten durch ein geringes Ma\u00df an Empathie aus &#8211; sie hatten also geringe F&auml;higkeiten, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. <\/p>\n<p>Diese F&auml;higkeit des Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gens wurde anhand mehrerer Tests &uuml;berpr&uuml;ft. Ein Beispiel: das Erkennen und (mangelhafte) Einsch&auml;tzen der Konsequenzen von sozialem Fehlverhalten im Rahmen erz&auml;hlter Geschichten. <\/p>\n<p>Der Schluss der Psychologen laut der Online-Ausgabe von &#8220;Nature&#8221;: Die Identifikation mit dem Geisteszustand einer g&auml;hnenden Person l&ouml;st eine unbewusste Personifizierung aus.  <\/p>\n<p>Evolution&auml;re Vorteile<br \/>Dies k&ouml;nnte auch evolution&auml;r von Vorteil sein, so Ronald Baenninger von der Temple University in Philadelphia. G&auml;hnen zeige M&uuml;digkeit an und synchronisiere durch seine ansteckende Wirkung das Verhalten und den Ruhe-Aktivit&auml;ts-Wechsel einer Gruppe.  <\/p>\n<p>G&auml;hnen &#8211; nach wie vor ein R&auml;tsel<br \/> <br \/>\nDas Ph&auml;nomen &#8220;G&auml;hnen&#8221; ist noch immer nicht restlos gekl&auml;rt. Eine beliebte Erkl&auml;rung, derzufolge es eine Reaktion auf Sauerstoffmangel in der Luft ist &#8211; hat sich nicht bewahrheitet. In Experimenten konnte bewiesen werden, dass Menschen, die entweder mehr Sauerstoff oder mehr Kohlendioxid ausgesetzt waren, gleich wahrscheinlich zu g&auml;hnen beginnen.  <\/p>\n<p>Vorbereitung auf Aktivit&auml;t<br \/>G&auml;hnen ist ein bei Wirbeltieren weit verbreitetes und stammesgeschichtlich sehr altes Verhalten, das vor allem beim \u00dcbergang von der Schlaf- in die Wachphase und umgekehrt ausgel&ouml;st wird. Bei vielen S&auml;ugetieren hat es auch die Funktion eines Signals: als Drohung etwa bei manchen Affen, zur Beschwichtigung bei manchen Raubkatzen und als Ank&uuml;ndigung gemeinsamer sozialer Aktivit&auml;t bei manchen Hunden. Menschen g&auml;hnen intensiv eine Stunde vor dem Einschlafen bzw. nach dem Aufwachen. G&auml;hnen nach dem Aufwachen ist eng mit dem Strecken des K&ouml;rpers verbunden, was Aktivit&auml;t vorbereitet und Puls sowie Blutdruck beschleunigt.  <\/p>\n<p>Eine andere Antwort: Spiegelneuronen<br \/> <br \/>\nEine andere M&ouml;glichkeit, f&uuml;r diese oder &auml;hnliche Nachahmungsleistungen zu erkl&auml;ren &#8211; die unbewusste \u00dcbernahme von Bewegungen Verliebter, Lachen oder auch G&auml;hnen -, stammt von Neurowissenschaftlern. Sie machen daf&uuml;r spezielle Neuronen verantwortlich.<\/p>\n<p>Die so genannten Spiegelneuronen waren vor einigen Jahren von italienischen Wissenschaftlern zun&auml;chst bei Affen entdeckt worden. Diese Zellen feuern nicht nur, wenn sich die Affen selbst bewegen, sondern auch, wenn sie nichts tun au\u00dfer die Greifbewegungen anderer Affen oder des Versuchsleiters zu beobachten. <\/p>\n<p>Inzwischen gehen Neurologen davon aus, dass es auch im Gehirn des Menschen ein komplexes System von Spiegelneuronen gibt, die Beobachtungen oder Ger&auml;usche mit der Aus&uuml;bung von Aktionen verkn&uuml;pfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf&uuml;hlsame Menschen g&auml;hnen gerne mit Einf&uuml;hlsame Menschen g&auml;hnen gerne mitWenn jemand in unserer N&auml;he g&auml;hnt, g&auml;hnen wir gerne mit. Der Grund f&uuml;r diesen Imitationsprozess ist umstritten, Evolutionsbiologen und Neurowissenschaftler halten ihn jedenfalls f&uuml;r wertvoll. US-Psychologen haben nun herausgefunden, wer besonders &#8220;gef&auml;hrdet&#8221; ist: nette Menschen, die sich gut in ihre Mitmenschen einf&uuml;hlen k&ouml;nnen. 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