{"id":130,"date":"2003-12-17T13:54:05","date_gmt":"2003-12-17T12:54:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kurios.at\/storys\/130"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"Verbloedung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurios.at\/storys\/130\/Verbloedung\/","title":{"rendered":"Verbl\u00f6dung"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"storys\"><CENTER>Verbl&ouml;dung<\/h1>\n<p><\/center><font class=\"storys\"><br \/>\n<br \/>\n<a href=\"http:\/\/derStandard.at\" target=\"_blank\"><b>derStandard.at<\/b><\/a> &#8211; TEIL 1<\/p>\n<p>Wenn mich nicht alles t&auml;uscht, verbl&ouml;det die Menschheit. Ich merke es (neben Wahlergebnissen) vor allem auch an mir selbst. Ich muss mich in der Freizeit immer nachhaltiger von einer geistigen Anstrengung erholen, die ich mir m&ouml;glicherweise nur noch einbilde. Das dankbarste Verbl&ouml;dungsinstrumentarium ist dabei der Fernseher. Vor den TV-Ger&auml;ten verbl&ouml;det uns die Menschheit, haben schon viele kluge K&ouml;pfe gewarnt. Fr&uuml;her waren es mehr, heute weniger, weil auch sie langsam verbl&ouml;den (weil ja auch sie fernsehen).<\/p>\n<p>Wenn ich mich von den geistigen Anstrengungen eines Tages erholen will, sehe ich leider immer &ouml;fter fern. Mein pers&ouml;nlicher Verbl&ouml;dungstest: Vera Russwurm vor 20 Jahren &#8211; ich drehe ab. Vera Russwurm vor zehn Jahren &#8211; ich blende mich aus. Vera Russwurm heute: Ich h&ouml;re ihr minutenlang zu und merke, wie ich mich geistig erhole. K&ouml;nnte ich mich dabei beobachten, w&uuml;rde ich mir vermutlich beim Verbl&ouml;den zusehen. Im \u00dcbrigen halte ich &#8220;Vera&#8221; f&uuml;r eine vergleichsweise niveauvolle Talkshow. Wer rascher verbl&ouml;den will, surft durch deutsche Unterhaltungslandschaften. Danke, dass ich das einmal ausf&uuml;hren durfte. Jetzt muss ich mich geistig erholen. Wo ist die Fernbedienung? <\/p>\n<p>TEIL 2<\/p>\n<p>Wie berichtet, verbl&ouml;det die Menschheit. Die Ma\u00dfeinheit der zeitgen&ouml;ssischen Verbl&ouml;dung ist die Quote. Sie ist aber auch das Ei jener Henne, wo man nie genau wei\u00df, ob es nicht doch schon vor ihr da war. Denn es gibt zwei M&ouml;glichkeiten. Entweder ist die Quote die Mutter der Verbl&ouml;dung oder sie ist ihr Kind.<\/p>\n<p>Auf das servicem&auml;\u00dfige Verbl&ouml;dungsinstrumentarium TV &uuml;bertragen hie\u00dfe das: Entweder das Fernsehprogramm wird immer schwachsinniger, um sich der bereits betr&auml;chtlichen Bl&ouml;dheit der Zuseher anzupassen. Oder wir Zuseher werden immer bl&ouml;der, um im Placeboeffekt jenem schwachsinnigen Programm gerecht zu werden, das uns a priori f&uuml;r bl&ouml;d verkauft.<\/p>\n<p>Wenn wir nun noch den Faktor Geld ins Spiel bringen, so gilt: Was Quote schafft, wird gesendet. Je bl&ouml;der das Programm, desto mehr Menschen schauen zu, desto reicher werden die Bl&ouml;dmacher. Oder umgekehrt: Je bl&ouml;der die Menschheit, desto h&ouml;her die Einschaltquote des Schwachsinns, desto reicher werden die Bl&ouml;dmacher, desto &auml;rmer werden wir Konsumenten im Geist. <\/p>\n<p>Fr&uuml;her bedeutete abschalten: abdrehen. Heute hei\u00dft abschalten leider immer &ouml;fter: fernsehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verbl&ouml;dung derStandard.at &#8211; TEIL 1 Wenn mich nicht alles t&auml;uscht, verbl&ouml;det die Menschheit. Ich merke es (neben Wahlergebnissen) vor allem auch an mir selbst. Ich muss mich in der Freizeit immer nachhaltiger von einer geistigen Anstrengung erholen, die ich mir m&ouml;glicherweise nur noch einbilde. Das dankbarste Verbl&ouml;dungsinstrumentarium ist dabei der Fernseher. Vor den TV-Ger&auml;ten verbl&ouml;det [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-130","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kurios.at\/storys\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}