{"id":197,"date":"2006-10-24T19:24:24","date_gmt":"2006-10-24T18:24:24","guid":{"rendered":"http:\/\/kurios.at\/storys\/197"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"Tinky-Winky-ein-schwuler-Bub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurios.at\/storys\/197\/Tinky-Winky-ein-schwuler-Bub\/","title":{"rendered":"Tinky Winky ein schwuler Bub?"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"storys\"><CENTER>Tinky Winky ein schwuler Bub?<\/CENTER><\/h1>\n<p><font class=\"storys\"><br \/>\n<br \/>\n<b>\u00dcberall auf der Welt h&auml;lt man die &#8220;Teletubbies&#8221; f&uuml;r eine allenfalls nervt&ouml;tende, sonst aber harmlose TV-Kindersendung &#8211; nicht so in Polen: Dort hat die nationalkatholische Abgeordnete Ewa Sowinska nun eine offizielle Untersuchung eingeleitet, weil sie den Teletubby Tinky Winky f&uuml;r schwul h&auml;lt. Wenn die Kommission Sowinska Recht gibt, werden die Teletubbies aus dem polnischen TV verbannt. Nach Meinung von Sowinska hat sich Tinky Winky jedoch ohnehin schon selbst &#8220;verraten&#8221; &#8211; immerhin trage er ja eine Handtasche.<\/b><\/p>\n<p>Sind die bei Kleinkindern beliebten Fernsehfiguren &#8220;Teletubbies&#8221; schwul? Diese Frage hat Ewa Sowinska, die polnische Ombudsfrau f&uuml;r Kinder, nun zu einer Untersuchung der Serie durch psychologische Berater veranlasst.<\/p>\n<p>Die Kommission soll &#8220;einsch&auml;tzen, ob das im &ouml;ffentlichen Fernsehen gezeigt werden kann&#8221;, sagte Sowinska dem Magazin &#8220;Wprost&#8221; in einem am Montag ver&ouml;ffentlichten Gespr&auml;ch. Sowinska ist Abgeordnete der LPR (Liga polnischer Familien) und damit einer der Regierungsparteien Polens.<\/p>\n<p>&#8220;Verr&auml;terische&#8221; Handtasche<br \/>\nIm Fr&uuml;hjahr hatte sich Sowinska bereits f&uuml;r Berufsverbote f&uuml;r Homosexuelle ausgesprochen, die Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben. Dass nun auch das Kinderfernsehen &#8220;homosexueller Propaganda&#8221; verd&auml;chtigt wird, liegt an der Figur Tinky Winky.<\/p>\n<p>&#8220;Ich habe bemerkt, dass Tinky Winky eine Handtasche tr&auml;gt, aber mir war nicht bewusst, dass er ein Bub ist&#8221;, so Sowinska gegen&uuml;ber dem Magazin, und weiter: &#8220;Sp&auml;ter habe ich erfahren, dass da ein homosexueller Zusammenhang verborgen sein kann.&#8221;<\/p>\n<p>Alles andere als lustig<br \/>\nSowinskas Argumentation mag ebenso l&auml;cherlich sein wie ihr inquisitorisches Vorgehen gegen vier Fantasiefiguren &#8211; zum Lachen ist der Fall jedenfalls nicht. Denn die LPR stellt mit Roman Giertych etwa auch den Erziehungsminister und Vizeministerpr&auml;sidenten.<\/p>\n<p>Giertych selbst will etwa &#8220;homosexuelle Propaganda&#8221; an Polens Schulen unter Strafe stellen. Was nach Meinung der LPR unter &#8220;homosexuelle Propaganda&#8221; fallen kann, beweisen wiederum Sowinskas Aussagen. Und w&uuml;rde man die LPR gew&auml;hren lassen, w&auml;re das nur der Anfang.<\/p>\n<p>Absto\u00dfende Parolen<br \/>\nDie nationalistisch-fundamentalkatholische Partei hat etwa vor der letzten Wahl die Enteignung von Ausl&auml;ndern und das Verbot fern&ouml;stlicher Kultur und Religion gefordert. Sogar Karateschulen w&auml;ren verboten gewesen, h&auml;tte die LPR ihren Willen bekommen.<\/p>\n<p>Wes Geistes Kind die LPR ist, wird regelm&auml;\u00dfig auch bei Parteiversammlungen klar. Dort bekommt man zu h&ouml;ren, dass &#8220;der Deutsche&#8221; und &#8220;der Jude&#8221; Feinde Polens seien, dass Schwule und Lesben &#8220;vergast&#8221; werden sollten und dass die Freimaurer die Weltherrschaft anstrebten.<\/p>\n<p>Noch mehr Radikalismus zu bef&uuml;rchten<br \/>\nMit derartigen Parolen konnte die LPR immerhin bei der letzten Bundeswahl acht Prozent der polnischen W&auml;hler begeistern und so eben zur Regierungspartei im mehr als umstrittenen Kabinett des Rechtskonservativen Ministerpr&auml;sidenten Jaroslaw Kaczynski werden.<\/p>\n<p>Man muss zudem f&uuml;rchten, dass die LPR angesichts zuletzt schlechter Ergebnisse bei Regionalwahlen mit noch radikaleren Forderungen auftritt. Als Erste werden sich jedoch wohl, das offenbar erw&uuml;nschte &#8220;Untersuchungs&#8221;-Ergebnis vorausgesetzt, die Kleinsten an Zensur im Kinderfernsehen gew&ouml;hnen m&uuml;ssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tinky Winky ein schwuler Bub? \u00dcberall auf der Welt h&auml;lt man die &#8220;Teletubbies&#8221; f&uuml;r eine allenfalls nervt&ouml;tende, sonst aber harmlose TV-Kindersendung &#8211; nicht so in Polen: Dort hat die nationalkatholische Abgeordnete Ewa Sowinska nun eine offizielle Untersuchung eingeleitet, weil sie den Teletubby Tinky Winky f&uuml;r schwul h&auml;lt. 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