{"id":246,"date":"2008-07-01T19:57:00","date_gmt":"2008-07-01T18:57:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kurios.at\/storys\/246"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"Palmen-Party-Implantate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurios.at\/storys\/246\/Palmen-Party-Implantate\/","title":{"rendered":"Palmen, Party, Implantate"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"storys\"><center>Palmen, Party, Implantate<\/center><\/h1>\n<p><font class=\"storys\"><br \/>\n<br \/>\n<a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\" target=\"_blank\"><b>FM4.orf.at<\/b><\/a> &#8211; Es gibt Gr\u00fcnde genug, warum Menschen beim Weggehen geh\u00f6rigen Wert auf Anonymit\u00e4t legen. Und zur Kontroverse Datenschutz vs. \u00dcberwachung werden Awards vergeben und Diskussionen gef\u00fchrt, dass es eine Freude ist. Ein Club in Rotterdam geht den umgekehrten Weg und steckt seinen G\u00e4sten Mikrochips als Bargeldersatz und VIP-Ausweis unter die Haut.<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.baja.nl\/\" target=\"_blank\"><b>Baja Beach Club<\/b><\/a> ist eine Diskothek der (bem\u00fcht) besonderen Sorte in der Rotterdamer Innenstadt, die raue Au\u00dfenwelt aus Hochh\u00e4usern und nebliger Hafenstimmung wird konterkariert durch die surreal anmutende Einrichtung im Inneren des Clubs: Kokospalmen &#8211; fast so hoch wie die Kr\u00e4ne am nahen Hafen &#8211; und ein acht Meter langes Speedboot dienen als Blickfang. Das Baja ist eine auf Strandparty getrimmte Gro\u00dfraumdisko mit entsprechender Musikbeschallung, Junggesellen- und Geburtstagsspecials sollen die Kundschaft bei Laune halten. Wer&#8217;s mag &#8230;<\/p>\n<p>So, wie viele Clubs dieser Art, ist auch das Baja starker Konkurrenz ausgesetzt, das Publikum verlangt Attraktionen, es will ja schlie\u00dflich unterhalten werden und kommt nicht unbedingt einer einzigartigen Musikauswahl wegen. Die Betreiber denken jedenfalls st\u00e4ndig nach, wie sie ihren Club am effektivsten mit Menschen f\u00fcllen k\u00f6nnen, sprich: was ihre H\u00fctte unique macht. Der Baja Beach Club ist jedenfalls kurzfristig ziemlich einzigartig in den Niederlanden, eben nicht etwa der DJs oder der Location wegen, vielmehr wegen eines Reiskorn-gro\u00dfen Implantats, das seit Anfang Oktober direkt vor Ort in die wohlgeformten Oberarme der willigen G\u00e4ste gesteckt wird.<\/p>\n<p>1000 Euro und zwei Nadelstiche kostet der Spa\u00df, nach erfolgter Mini-Operation, samt Bet\u00e4ubung durch einen extra engagierten Arzt, kann die Party beginnen und Drinks im Wert von 1500 Euro k\u00f6nnen per Scanner quasi aus dem hochgekr\u00e4mpelten \u00c4rmel gesch\u00fcttelt werden. F\u00fcr \u00fcberzeugte (und liquide) Stammg\u00e4ste ohne Spritzenphobie also zumindest finanziell durchaus eine lohnende Investition. Au\u00dferdem dient der Chip im Bizeps als Eintrittskarte und VIP-Ausweis, sowohl der Dancefloor f\u00fcr das gemeine als auch jener f\u00fcr das besonders wichtige Volk steht f\u00fcr die bislang 35 Implantatstr\u00e4gerInnen offen.<\/p>\n<p>Die Idee zum VIP-Chip haben sich die Rotterdamer Betreiber aus S\u00fcdafrika geholt, wo sich Angestellte per implantiertem Chip Zugang zu ihren B\u00fcror\u00e4umen verschaffen. Auch Alzheimer-PatientInnen k\u00f6nnen angeblich mit Hilfe eines solchen Mediums im Notfall schnell und sicher identifiziert werden. KritikerInnen des Disko-Chips verweisen allerdings auf die weitl\u00e4ufigen M\u00f6glichkeiten des Missbrauchs und auf den Verlust der Privatsph\u00e4re der ClubberInnen. <\/p>\n<p>Andererseits handelt es sich, so der Tenor der KommentatorInnen, vorerst eher um einen (ziemlich erfolgreichen) Marketing-Gag, denn um einen ernsthaften Ansatz zur Party-\u00dcberwachung. Schlie\u00dflich werden die BesucherInnen ja nicht gezwungen, sich das Speichermedium in den Arm stecken zu lassen, Zutritt zur Gro\u00dfraumdisko gibt es nach wie vor auch auf konventionelle Weise. Und: ohne Voranmeldung geht gar nichts in Sachen OP, zumindest vor alkoholbedingten Leichtsinnstaten will man sich und die G\u00e4ste sch\u00fctzen. \u00dcbrigens k\u00f6nnen die implantierten VIP-Chips, sollten diskretere Zeiten anbrechen, angeblich sehr leicht wieder entfernt werden<\/p>\n<p>Auf die K\u00f6lner Au\u00dfenstelle der Rotterdamer Disko soll das Prinzip der VIP-Chips schon bald ausgeweitet werden, die Filiale in Barcelona hat es schon eingef\u00fchrt, dort laufen auch schon die ersten paar Clubheads mit Chip im Arm herum. Glaubt man den Erfindern, k\u00f6nnte die Rotterdamer Idee schon bald Schule machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Palmen, Party, Implantate FM4.orf.at &#8211; Es gibt Gr\u00fcnde genug, warum Menschen beim Weggehen geh\u00f6rigen Wert auf Anonymit\u00e4t legen. Und zur Kontroverse Datenschutz vs. \u00dcberwachung werden Awards vergeben und Diskussionen gef\u00fchrt, dass es eine Freude ist. Ein Club in Rotterdam geht den umgekehrten Weg und steckt seinen G\u00e4sten Mikrochips als Bargeldersatz und VIP-Ausweis unter die Haut. 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