{"id":44,"date":"1999-12-28T13:54:05","date_gmt":"1999-12-28T12:54:05","guid":{"rendered":"http:\/\/kurios.at\/storys\/44"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"Warum-ueberquerte-das-Hendl-die-Strasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kurios.at\/storys\/44\/Warum-ueberquerte-das-Hendl-die-Strasse\/","title":{"rendered":"Warum \u00fcberquerte das Hendl die Stra\u00dfe?"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"storys\"><CENTER>Warum \u00fcberquerte das Hendl die Stra\u00dfe?<\/h1>\n<p><\/center><font class=\"storys\"><br \/>\n<br \/>\nFranz Vranitzky: &#8220;Nun, \u00e4h, das Huhn hat eben, \u00e4h, den gegebenen<br \/>\nHandlungsbedarf, \u00e4h, erkannt, \u00e4h, die Stra\u00dfe, \u00e4h, zu \u00fcberqueren.&#8221;<\/p>\n<p>\nErhard Busek: &#8220;Bunte H\u00fchner wie wir wechseln eben gern den Standpunkt.<br \/>\nVielleicht. &#8216;s w\u00e4r&#8217; doch eine M\u00f6glichkeit. Der B\u00fcrger will das so.&#8221;<\/p>\n<p>\nHeide Schmidt: &#8220;Die Freiheit des Huhns ist unteilbar. Daf\u00fcr stehen wir.<br \/>\nDas fordern wir dringlich ein.&#8221;<\/p>\n<p>\nWalter Schiejok: &#8220;Meine Redaktion und ich, wir haben uns des Huhns<br \/>\nangenommen, und ich mu\u00df sagen, das ist doch wirklich eine Frechheit,<br \/>\ntypisch f\u00fcr dieses Land &#8211; k\u00f6nnte man sagen &#8211; da\u00df man \u00fcber sowas auch<br \/>\nheute immer noch diskutieren mu\u00df. Man  sollte doch wirklich glauben, ein<br \/>\nHuhn k\u00f6nnte heutzutage eine Stra\u00dfe \u00fcberqueren, ohne von den Beh\u00f6rden<br \/>\neinen Pr\u00fcgel zwischen die Beine zu bekommen.&#8221;<\/p>\n<p>\nStaberl: &#8220;Meine Generation, wir waren ja damals schon nie wirklich gegen<br \/>\ndie H\u00fchner, nat\u00fcrlich haben wir nie verstanden, warum wir nicht weiter<br \/>\nHendl dazu sagen durften, obwohl sie sich ja selbst als solche sehen.&#8221;<\/p>\n<p>\nG\u00fcnter Nenning: &#8220;Ich hab mich als Huhn verkleidet und die<br \/>\nFlughafenautobahn \u00fcberquert. Da hab ich mich das erste Mal als junger<br \/>\nGr\u00fcner gef\u00fchlt.&#8221;<\/p>\n<p>\nOtto Baric: &#8220;Huhn hat Gegner maximal getrickst, gute Tackling, immer<br \/>\nviel vor auf Stra\u00dfe, wie ich alle gesagt, maximal vor und \u00fcber Stra\u00dfe,<br \/>\nbevor die Gegner merkt. Ist Rezept von maximale Erfolg.&#8221;<\/p>\n<p>\nAnton (Toni) Polster: &#8220;Ahsooo, des Hendl? Ahsooo?&#8221;<\/p>\n<p>\nBischof Krenn: &#8220;Es mag ja angehen, da\u00df von Rom geduldete H\u00fchner die<br \/>\nStra\u00dfe \u00fcberqueren, aber ich m\u00f6chte mich schon klar ausdr\u00fccken, in meiner<br \/>\nDi\u00f6ezese m\u00f6chte ich das nicht sehen. Und wer anderer Meinung ist, der<br \/>\nkann ja mit dem Huhn gehen.&#8221;<\/p>\n<p>\nEdith Klinger: &#8220;Ein liebes kleines Henderl h\u00e4tt&#8217; ma da, zwei Jahre alt,<br \/>\nstubenrein und sterilisiert. Es hat leider als letztes ein sehr<br \/>\nunaufmerksames Herrl ghabt &#8211; ja, sowas gibt&#8217;s leider auch immer noch &#8211;<br \/>\nund da ist&#8217;s beim \u00dcberqueren der Stra\u00dfe vorm Hof von einem b\u00f6sen Auto<br \/>\nangefahren worden. Ja, so b\u00f6se Menschen kann&#8217;s geben! Na, und jetzt<br \/>\nist&#8217;s am linken Fu\u00dferl leider ein bisserl lahm. Aber bei einem lieben<br \/>\nMenschen, an einem guten Platzerl, legt es sicher noch ein paar Jahre<br \/>\nlang treu Eier. Bitte, bitte, bitte, bitte &#8230;&#8221;<\/p>\n<p>\nChris Lohner: &#8220;Achtung, Gleis 1, Huhn faehrt durch.&#8221;<\/p>\n<p>\nHelmut Zilk: &#8220;Ja, is ein liebes Henderl, ich kenn&#8217;s ja noch von klein<br \/>\nauf, da simma noch miteinander \u00fcber die Stra\u00dfe gangen, freut mich, da\u00df<br \/>\njetzt was aus ihm gworden is, da\u00df&#8217; jetzt allein \u00fcber die Stra\u00dfn kommt.<br \/>\nMit der richtigen Einstellung geht&#8217;s ja doch, net wahr?&#8221;<\/p>\n<p>\nAuskunft des Finanzamtes: &#8220;Angesichts der Tatsache, da\u00df dem Huhn als<br \/>\nAngestellter des H\u00fchnerhofes ohnehin das allgemeine<br \/>\nVerkehrsabsetzpauschale zusteht, kann eine etwaige<br \/>\nStra\u00dfen\u00fcberquerungsmaut nicht den Werbungskosten hinzugerechnet werden.<br \/>\nAu\u00dferdem ist zu \u00fcberpr\u00fcfen, inwieweit nicht auch eine &#8211; zumindest<br \/>\nteilweise &#8211; private Nutzung der<br \/>\nStra\u00dfe vorgelegen hat. Jedenfalls sind von den Essenskosten bei der<br \/>\n\u00dcberquerung 20 v. H. Eigenbedarf abzuziehen. Gegen diesen Bescheid kann<br \/>\ninnerhalb von 14 Tagen (in Worten: vierzehn) schriftlich Einspruch<br \/>\nerhoben werden.&#8221;<\/p>\n<p>\nErwin Ringel: &#8220;Das Huhn, dem man die Kindheit \u00fcbergest\u00fclpt hat wie einen<br \/>\nHonigtopf, hat bemerkt, wie jetzt die ganze Kindheit wie der Honig an<br \/>\nihm herabrinnt, und da hat es seine ganze H\u00fchnerseele ins Spiel<br \/>\ngeworfen, um aus dieser Kindheit auszubrechen, auszubrechen auf die<br \/>\nandere Seite der Stra\u00dfe &#8211; was der Seele der \u00d6sterreicher v\u00f6llig<br \/>\nwiderstrebt.&#8221;<\/p>\n<p>\nBruno Kreisky: &#8220;Ich bin der Meinung, besser ein Huhn, das die  Stra\u00dfe<br \/>\n\u00fcberquert, als ein Arbeitsloser mehr. Ich kann Ihnen zwar momentan nicht<br \/>\nsagen, ob ein solcher Fall im schwedischen Modell vorgesehen ist, aber<br \/>\ndas wird noch zu pr\u00fcfen sein.&#8221;<\/p>\n<p>\nKardinal Groer: &#8220;&#8230;&#8221; (Schweigen)<\/p>\n<p>\nWoody Allen (leider kein \u00d6sterreicher): &#8220;Die Frage ist nicht, warum das<br \/>\nHuhn die Stra\u00dfe \u00fcberquert hat, die Frage ist, mu\u00df es sich auf der<br \/>\nanderen Seite rasieren?&#8221;<\/p>\n<p>\nHugo Portisch: Und das war und ist symptomatisch f\u00fcr die neue Republik:<br \/>\nDer Wechsel der Seiten, das \u00fcberbr\u00fccken von Gr\u00e4ben, das<br \/>\nAufeinanderzugehn, quer \u00fcber alle Ideologien und Stra\u00dfen. Der<br \/>\n\u00f6sterreichische Weg zeigt sich wieder einmal klar am Beispiel des<br \/>\neinfachen Huhnes von der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>\nLotte Ingrisch: Ich habe mit dem toten Huhn im Jenseits kommuniziert,<br \/>\nund es vergibt denen, die an seinem Tod Schuld tragen.<\/p>\n<p>\nErnst Jandl:<br \/>\nHendllllllllllllllll<br \/>reeeeennnnnn!<br \/>Hendl rennt<br \/>Hendl rennt<br \/>Hendl rennt<br \/>brrm!<br \/>brrrrrrrrrrrm!<br \/>brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrm!<br \/>brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrm!<br \/>\nfltscht.<br \/>\nHendl tot<\/p>\n<p>\nPeter Elstner (vor dem verschlossenen H\u00fchnerstall): &#8220;Geht&#8217;s Hendln,<br \/>\nlo\u00dfts mi eini!! Nur aaa Interview! Na, geht&#8217;s mochts auf, ich bin mit da<br \/>\nKamera doo!!&#8221;<\/p>\n<p>\nAlfred Hrdlicka: &#8220;Oiso, dem deppatn Hendl winsch ii die<br \/>\nMassentierholtunggesetze der EU auf den Hois!&#8221;<\/p>\n<p>\nDer Herr Karl: &#8220;Neulich siach i a Hendl \u00fcber d&#8217; Strossn rennan und denk<br \/>\nma &#8230; Karl, du bist es nicht!&#8221;<\/p>\n<p>\nStellungnahme der Wiener Freiheitlichen: &#8220;Wien darf nicht zur H\u00fchnerfarm<br \/>\nwerden!&#8221;<\/p>\n<p>\nAndreas Khol: &#8220;Wir als Kraft der Mitte sind daf\u00fcr, da\u00df das Huhn in der<br \/>\nMitte der Stra\u00dfe geht. Ehe es sich nicht glaubhaft vom linken oder<br \/>\nrechten Rand der Stra\u00dfe distanziert, ist es f\u00fcr uns kein Partner.&#8221;<\/p>\n<p>\nArnold Schwarzenegger: &#8220;Bewaigung is deis wichtigste. Deis Haindl tuat<br \/>\njouggen, jouggen, jouggen.&#8221;<\/p>\n<p>\nOtto Schenk: &#8220;Das Huhn &#8212; das wandelt auf der Strass. warum tut &#8212; das<br \/>\nHendl das? R\u00fcber wills &#8212; auf&#8217;d andre Seiten. So will ich&#8217;s denn &#8212;<br \/>\nnach dr\u00fcb&#8217;n &#8212; geleiten.&#8221;<\/p>\n<p>\n\u00d6tzi (der \u00e4lteste Tiroler): &#8220;Sakra, zu meiner Zeit hots desch net gebn.<\/p>\n<p>\nReinhold Messner: &#8220;Es handelt sich hier nicht um ein Huhn, sondern um<br \/>\neine besonders kleine Auspr\u00e4gung des Yeti, der mir gefolgt ist, um hier<br \/>\nandere Lebensformen und Landschaften zu erforschen. N\u00e4chstes Jahr<br \/>\nversuche ich, die selbe Stra\u00dfe in wenigen Minuten ohne technische<br \/>\nHilfsmittel zu \u00fcberqueren.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum \u00fcberquerte das Hendl die Stra\u00dfe? Franz Vranitzky: &#8220;Nun, \u00e4h, das Huhn hat eben, \u00e4h, den gegebenen Handlungsbedarf, \u00e4h, erkannt, \u00e4h, die Stra\u00dfe, \u00e4h, zu \u00fcberqueren.&#8221; Erhard Busek: &#8220;Bunte H\u00fchner wie wir wechseln eben gern den Standpunkt. Vielleicht. &#8216;s w\u00e4r&#8217; doch eine M\u00f6glichkeit. 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